Exhibitions

ADRIAN BUSCHMANN  RICHARD HOECK  ANDY HOPE 1930          HANS-JÖRG MAYER  OSWALD OBERHUBER  MICHAEL RIEDEL       HANS WEIGAND

Die Malerei von Adrian Buschmann (* 1976 in Kattowitz, Polen) lässt sich ins Abstrakte einordnen und rückt ästhetische Gesichtspunkte in den Vordergrund. Seine dabei stark von zeichnerischer Expertise gekennzeichneten malerischen Arbeiten sind darüber hinaus jedoch geprägt von dem Gedanken des Erschaffens einer alternativen Welt. Diesen Status erreichen Bilder für ihn, indem das Kunst- und Betrachtungsmaterial durch einen Prozess des Denkens und Fühlens einer Filterung unterzogen werden soll.

Richard Hoeck (*1965 in Hall in Tirol) beschäftigt sich selbstreflexiv mit der Repräsentation amerikanischer Kunst, allerdings aus europäischer Perspektive betrachtet. Hoeck arbeitet in verschiedensten Medien – beispielsweise mit Skulptur, Siebdruck, Video, Installation, Fotografie. Seit 2006 beschäftigt er sich immer wieder mit dem Missbrauch von Suchtmitteln und den Folgen des aggressiven Pharmageschäfts in den USA. Die gezeigte Arbeit Painting Death stellt dabei ein Detail einer älteren Verpackung des Schmerzmittels FENTANYL dar und spielt mit der visuellen Information von „narcotic drugs“, wobei er sie durch die Methode des Spraypaintings auf eine abstrakte und plakative Art und Weise abbildet.

 

Andy Hope 1930 (*1963 in München) kombiniert konzeptuelle Methoden mit einer radikal repräsentativen Praxis, wofür er verschiedenste Medien aktiviert: von der Malerei über Zeichnungen, Reliefen zu Skulpturen, von der Grafik über Propaganda- und Werbeträger bis hin zum Film. Seine Arbeiten bestehen dabei aus Assemblagen, die Facetten von Geschichte, Macht und Popkultur unterschiedlich beleuchten, wofür er häufig Figuren wie Superhelden, Monster, Phantome und Dinosaurier einsetzt. Bereits durch seinen Künstlernamen - eine anglisierte Form von Andreas Hofer, kombiniert mit einer Rückversetzung seiner eigenen Künstlerpersönlichkeit in das Jahr 1930 - wird sein Anspruch ersichtlich die Vergangenheit mit der Zukunft zu vergleichen und sie als eine Form von Vergessenheit neu zu erzeugen – und mit einem Hauch an Hoffnung anzureichern.
John C. Welchman, Past Realization: Essays on Contemporary European Art XXXXI, Bd. I, Sternberg Press, Berlin 2016, S. 23–24 (Einleitung)

 

Schon die frühe künstlerische Tätigkeit von Hans-Jörg Mayer (*1955 in Singen, Deutschland, lebt und arbeitet in Berlin) war von einem emblematischen Ansatz geprägt, der sich anfänglich in seinen Schriftbildern äußerte. Bis heute blieb diese sprachliche Konstante im Werk Mayers erhalten und stellt für ihn eine Form des ästhetischen Verfahrens dar, die sich im Laufe der Zeit verändert; damit allerdings auch ein Mittel wird, um sich zur jeweiligen Zeit zu verhalten. Mayers Peitsche, die durch ihren Titel eine semantische Umdeutung erfährt und damit für den Betrachter zu einem hinterfragbaren versprachlichten Motiv wird, ist Teil ganzer Blumenserien. Diese Serien zeigen den Prozess bis hin zum Verwelken der jeweiligen Pflanze.

 

Seit den späten 1990ern entwickelt Michael Riedel (*1972 in Rüsselheim, Deutschland, lebt und arbeitet in Frankfurt) seine selbsterhaltende künstlerische Produktion weiter, bei der neue Arbeiten aus bestehendem Material in scheinbar endlosen Schleifen und Kombinationen generiert werden. Während seine Praxis Malerei, Text, Audio, Video, Fotografie, Publishing, Architektur und Performance umfasst und auf den ersten Blick eine konzeptuelle Affinität mit Pop und Appropriation Art zu teilen scheint, stellt sie in Wirklichkeit eine Abkehr von den Problemen der mechanischen Reproduktion und Simulakren dar, mit denen ältere Generationen beschäftigt waren. In den hier gezeigten Arbeiten benutzt Riedel frei verfügbare Texte von Webseiten verschiedener Fachmärkte für Künstlerbedarf, die er sich als eigenes Kunstmaterial aneignet.


Die Vielfältigkeit von Oswald Oberhubers (*1931 in Meran, Südtirol) Werk generiert sich aus dem Verständnis der permanenten Veränderung und steht somit für den radikalen Bruch mit der Idee eines einheitlichen, stilistisch durchgängigen Oeuvres. Großartig sind seine Zeichnungen, Malereien und Skulpturen kommend aus dem Informellen bis hin zur Auflösung der Form. Oberhubers Idee der Abstraktion und des spontanen Unbewussten spiegelt in Gips, Draht und anderen fragilen Materialien radikal seine Formensprache wider.

 

Hans Weigand (*1954, lebt und arbeitet in Wien und Tirol) hat in einem weiten Betätigungs-feld eine charakteristische Bildsprache entwickelt, mit der er in unterschiedlichen Medien wie digital bearbeiteter Malerei über Fotografie, Computergrafik, Film- und Videoarbeiten bis hin zu großangelegten Installationen die kulturelle Identität der modernen Gesellschaft kommentiert und interpretiert. Zu den wiederkehrenden Wellen stoßen wiederbelebte Ur-Techniken und Motive in Form von Holzschnitt und Malerei. Die Kunstform des Holzschnitts wurde durch Weigands Bedürfnis nach Entschleunigung hervorgerufen und hilft dabei seine metaphorische Reflexionen der Gegenwart zu umschreiben. Die Idee des Altars wurde hier ganz bewusst gewählt. Diese mediale Geschichtsüberblendung aus Versatzstücken der Fantasy- und Trivialkultur stülpt Medienbilder der Gegenwart über die Inhalte vergangener Prophezeihungen, wodurch der kunsthistorische Inbegriff der Apokalypse entmystifiziert wird.