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Verbrecher und Dekorateure

kuratiert von Goschka Gawlik

29.06.2012 – 28.07.2012 

Kornel Janczy 
Min Yoon 
Osama Zatar
Jonny
Marcin Zarzeka

Vor mehr als hundert Jahren appellierte der bedeutendste österreichische Lebensstilerneuerer Adolf Loos in der Neuen Freien Presse an die Leser: „Jeder sei sein eigener Dekorateur.“ Können wir heute Loos’ Forderung wirklich erfüllen, nachdem die Moderne und ihre Erben mit ihren Verführungsstrategien uns gewisse Stil- und Lebensmodelle in Wohnkultur, Kulinarik und Kleidungsstil schussfest vorgeschrieben haben? Stimmen diese wirklich mit unseren Vorstellungen, wie man sich sein eigenes Leben einrichtet, überein? Was prägt unser generelles Verhältnis zu visuellen Gegenständen, mit denen wir uns tagtäglich umgeben? Sind es künstlerische Werte, das Gefühl des tradierten Stilvollen, der Sinn für Geschmack - oder eher Geschmacklosigkeit? Gibt es überhaupt noch Unterschiede zwischen Ländern und Kontinenten angesichts solch machtvoller Global Player wie Ikea und anderer Einrichtungsgiganten, die ubiquitär den Traum vermitteln, dass sich jeder ein Haus bauen und zeitgemäß einrichten kann? In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verkündete ein anderer erfolgreicher Lebensstilist - Andy Warhol - eine entgegengesetzte Botschaft, die da lautete, dass wir alle gleich denken und überhaupt alle gleich sein sollten. Die Leitfiguren der großen Mediadesign- und Kommunikationskonzerne wie z.B. Microsoft agierten identisch, indem sie uns versprachen, mit Hilfe Ihrer Programme alles im Leben schnell und einfach lösen und handhaben zu können. Sind wir dieser kosmetischen Utopie derartig verfallen, dass es jetzt zu spät ist und es aus dieser Falle keine Rettung mehr gibt? „Verbrecher und Dekorateure“ präsentiert fünf künstlerische Positionen, vorwiegend jüngerer Generation, die jeweils unterschiedliche Bereiche unseres zwischenmenschlichen und institutionellen Habitus auf der Suche nach veränderten Paradigmen und einem Imagewandel innerhalb der globalisierten Verhältnisse erproben.

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