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Curated by_vienna 2015: Tomorrow Today

Curated by_vienna 2015: Tomorrow Today

FAMED - Privileg der Umstände
kuratiert von Marcus Andrew Hurttig
Eröffnung Donnerstag, 10.09.2015, 18-21 Uhr
11.09.2015 - 09.10.2015

20 Wiener Galerien für zeitgenössische Kunst, die von über 20 internationalen Kuratorinnen und Kuratoren konzipiert werden. Impulsgebend für curated by_vienna 2015 waren Überlegungen zur Schnittstelle zwischen Kunst und Kapital. Der titelgebende Essay „Tomorrow Today“ des Philosophen Armen Avanessian beschäftigt sich mit künstlerischen Strategien für eine post-kapitalistische Ära. Avanessian fragt nach zukünftigen (und bereits existenten) alternativen Modellen von Kunst und Ökonomie. Internationale Kuratorinnen und Kuratoren haben sich auf dieses Experiment eingelassen und präsentieren in 20 ausgewählten Wiener Galerien Ausstellungen zum Thema.

https://wirtschaftsagentur.at/kreativwirtschaft/curated-by-vienna/ueber-curated-by-vienna/



Mit dem Projekt curated by_vienna unterstützt die Wirtschaftsagentur Wien mit ihrem Kreativzentrum departure seit 2009 die systematische Zusammenarbeit von Wiener Galerien zeitgenössischer Kunst mit internationalen Kuratorinnen und Kuratoren.

 

Ausgehend vom Leitkonzept Tomorrow Today, das eine kritische Hinterfragung der kapitalistischen Strukturen des Kunstmarkts darstellt, wird die Künstlergruppe FAMED aus Leipzig ihre Rauminstallation Privileg der Umstände in der Gabriele Senn Galerie verwirklichen. Im Auftrag von FAMED wird ein Heiler/in die Räume der Galerie von negativen Energien befreien und energetisch neu einjustieren. Dabei werden Wand- und Bodenflächen mit positiven- und negativen Energiewerten ausgezeichnet. An der Stelle mit dem höchsten Positivwert wird FAMED eine Videoarbeit präsentieren, die den eben beschriebenen Reinigungsprozess zeigt. An den verbliebenen Stellen mit positiven Energiewerten soll das Programm der Galerie weitestgehend vollständig präsentiert werden. Hierdurch kommt es zu Konzentrationen und Verdichtungen von Kunst an den Wänden und auf dem Boden – dies alles ungeachtet eines kuratorischen Eingriffes, der im Kontext Galerie immer die Verkaufsoptimierung des Kunstwerkes zum Kalkül hat. Durch den Reinigungsakt wird die Gabriele Senn Galerie auf einen Nullpunkt zurückgesetzt, vergleichbar mit der Durchführung eines Resets an einem Computerserver.

Im technischen Sprachgebrauch bedeutet Reset, dass ein elektronisches System in einen definierten Anfangszustand gebracht wird. Dieser für den Benutzer schmerzliche Vorgang, weil sämtliche Daten irreversibel gelöscht werden, ist immer dann erforderlich, wenn das System nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert und auf die üblichen Eingaben nicht reagiert. Nach Armen Avanessian ist das System Kunst/Kunstmarkt im 21. Jahrhundert anfällig für Betriebsstörungen und nicht mehr im ordnungsgemäßen Zustand. Die Reset-Tastenkombination für das System Galerie Gabriele Senn würde somit durch FAMED mit ihrem künstlerischen Eingriff Privileg der Umstände betätigt werden.

 

Marcus Andrew Hurttig

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