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Kerstin VON GABAIN

Bad Pringle
20.03.2015 - 23.04.2015
 
Ausstellung im Rahmen von Destination Wien 2015 EXTENDED
 

Gabriele Senn Galerie freut sich, die vierte Einzelausstellung mit Kerstin von Gabain zu zeigen. Die Künstlerin wurde in Palo Alto, USA geboren, lebt und arbeitet in Wien. Sie schloss ihr Studium an der Kunstakademie Wien 2003 ab und war zuletzt mit zwei Einzelausstellungen in Wien in der Secession (2014) und im MAK (2013) zu sehen. Die Themen und visuelle Sprache, die von Gabain nutzt, rühren von ihrem Interesse an Anthromorphismus und ihrer Erforschung der Beziehung zwischen Fotografie und Bildhauerei her. In ihrer letzten Ausstellung bei Gabriele Senn (2012) zeigte sie eine Fotoserie von Skulpturen, die während ihres Aufenthalts in Tokio entstand. Die neue Ausstellung zeigt Abgüsse von Objekten aus verschiedenen Materialien, die neben einer Auswahl an damit in Zusammenhang stehenden Fotografien platziert sind.
Schwerpunkt der aktuellen Ausstellung liegt auf von Gabains jüngster Hinwendung zum Formenbau und dem Gießen. Komplementarität spielt sowohl bei Abgüssen als auch analoger Fotografie eine entscheidende Rolle zu, um analoge Drucke und Abgüsse zu reproduzieren. Bei beiden Techniken kommt dabei ein Negativ zum Einsatz, aus dem schließlich ein positiver Abdruck entsteht. Während der Vorbereitungen zur aktuellen Ausstellung produzierte von Gabain Gipsabgüsse verschiedener Objekte,die später fotografiert wurden, um eben dieses dualistische Prinzip hervor zu streichen. Im weiteren Verlauf ihrer Arbeit begann sie mit Farbe und neuen Materialien wie beispielsweise Zement, Wachs oder Polyester zu experimentieren, wobei sie zugleich auch Farbfilm verwendete. Verschiedene Materialien wurden auf einander gegossen, wobei durch den unterschiedlichen Einsatz kräftiger Farben ihre Objekte auch unterschiedliche Assoziationen hervorrufen, unter anderem wirken sie wie Erdschichten oder geschmolzene Bonbons. Die Werke gewinnen so eine neue körperlichere und verspielte Dimension, die durch bewusstes Zuschaustellen und Arrangement noch stärker hervorgehoben wird. Von Gabain entwickelt ihr Oeuvre stetig weiter, sie ist immer am Modifizieren, Wiederbearbeiten und nochmaligem Anpassen ihres Zugangs. Dabei nimmt sie häufig auf ihre eigene Ausstellungsgeschichte Bezug, aus der sie sich bisweilen auch großzügig bedient. Besonders deutlich wird dies bei der Fotografie Untitled, 2015,die die Künstlerin mit dem Gipsabdruck einer Stapelchips-Dose hinter ihrem Rücken zeigt. Dieses Bild bezieht sich wiederum auf eine ähnliche Fotografie, die im Rahmen der Ausstellung in der Secession zu sehen war, auf der sie den Gipsabdruck eines Fußes hinter ihrem Rücken versteckt. Den Einsatz von Körperteilen anstatt Objekten führt die Künstlerin in der Arbeit Bad Pringle, 2014 weiter. Dort werden zwei Gipsabgüsse von Stapelchips-Dosen in ein Paar Herrenschuhe gesteckt und die Arbeit kann so, wiederum, als Parodie vorheriger Arbeiten mit Gipsabgüssen menschlicher Extremitäten gesehen werden.
Neben ihrer Arbeit hat von Gabain auch zwei Interview-Bände veröffentlicht, die in der Tradition der mündlichen Überlieferung stehen, "No more partys in se Öbb-halls?" bei Schlebrügge.Editor (2009) sowie "Das FH-Projekt" (2014) bei Revolver Books. Das erste handelt von der Elektromusikszene in Wien während der 1990er Jahre, während das zweite die Geschichte der Kinder der berüchtigten Otto Mühl-Kommune erzählt. Von Gabains erste Monographie wurde 2014 von der Secession Wien als Begleitheft zur dortigen Einzelausstellung veröffentlicht und ist über die Galerie sowie bei Revolver Books und der Secession Wien erhältlich. 

 

Gabriele Senn is pleased to present the fourth solo exhibition by Kerstin von Gabain at her gallery. She is born in Palo Alto, California, living and working in Vienna, Austria and has held residencies in Seoul, Tokyo and Beijing.  She graduated 2003 from the Vienna Art Academy and has most recently held two solo shows in Vienna at the Secession (2014) and at the MAK (2013). von Gabain’s subject matter and visual language stem from her interest in anthropomorphism and her exploration of the relations between photography and sculpture. Her previous exhibition at Gabriele Senn (2012) showed as series of photographs of sculptures made during her residency in Tokyo. The new exhibition will feature casts of objects in different materials placed alongside a selection of related photographs.
At the center of the current exhibition is von Gabain’s more recent occupation with mold making and casting. Casting and analogue photography both rely on complementarity for reproduction of analog prints and casts: Both techniques use a negative in order to make a positive imprint. In preparation for the exhibition, von Gabain casted a set of objects in plaster to be then photographed with the purpose of highlighting this duality again. As her work progressed she began to experiment with color, as well as new materials, such as concrete, wax and polyester and using color film. Through casting various materials on top of each other and using vivid colors, her objects evoke different associations, such as layers of earth or melted candy. Thus the works are given another more carnal and playful dimension that is emphasized even more by the display and arrangement of these. von Gabain is continuously evolving her work, constantly modifying, re-editing and re-adapting her approach, often referencing and sampling her own past exhibitions. That notion is exemplified with the photograph Pale Pringles #4 2015, where the artist can bee seen holding a casted can of “Pringles” behind her back, thereby mimicking a similar photograph exhibited at the Secession in 2014, where she is depicted, hiding a casted foot behind her back. The substitution of a body part with an object is even more on point with the work Bad Pringle 2014 where two casted cans of “Pringles” in plaster are stuck into a pair of men’s shoes, thereby again mimicking previous works with casted bodily extremities.
In addition to her work, von Gabain has published two interview books in the tradition of oral history, ‘No more partys in se Öbb-halls?’ at Schlebrügge.Editor (2009) and ‘Das FH-Projekt’ (2014) at Revolver Books. Both are in German. The former is about the electronic music scene that evolved in Vienna during the 90s, around so-called ‘free parties’, and the latter is about the children’s experience growing up in the infamous Otto Muehl Commune. Von Gabain’s first monograph was published in 2014 by the Secession Vienna to accompany her solo show there, and is available through the gallery, Revolver Books and the Secession Vienna.

 

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