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Schilling, Mark, Dollar, Euro und... Geld in der Kunst

​Zu sehen sind Kunstwerke aus Geld oder Kunst, die Geld thematisiert, in verschiedenen Techniken und Medien von Künstlern und Künstlerinnen aus vielen Ländern und Generationen. Es sind Leihgaben von Künstlerinnen und Künstlern, aus Galerien, Museen und Sammlungen, vor allem aus der auf „Geld-Kunst" spezialisierten Sammlung Haupt in Berlin.

Geld als Münzen oder Scheine, in Beuteln oder als Schecks, ist, seitdem es das gibt, in Kunstwerken zu finden. Es gab einige Ausstellungen und Publikationen zu „Money", auch in Österreich. Meistens ging es jedoch um Kunstmarkt und Wert der Kunst, was hier nicht thematisiert werden soll. Im Traklhaus geht es um das Kulturgut Geld in seiner materiellen Form und es entsteht eine dichte Ausstellung, in der die unterschiedlichen Kunstwerke miteinander in Relation präsentiert werden. Dem Ausgangsmaterial entsprechend, werden in diesem Sommer mehr kleinformatige Arbeiten ausgestellt; Geld ist eben kleiner.

 

So sieht man zum Beispiel Arbeiten von Carla Degenhardt, die Schillingnoten mit roter Wolle bestickt hat. Extra für die Ausstellung hat Siegfried Anzinger eine Serie von vier Zeichnungen geschaffen, die vom „Goldesel" bis zum „Geld in den Bäumen" verschiedene Sprichwörter aufgreifen und humorvoll illustrieren. Bernhard Frue wird – wie bei „Stühlen in der Kunst" – wieder ein Werk, das mit spezieller Licht-Wirkung zur Geltung kommt, im Project Space im Hof des Traklhauses konzipieren. Matthias Herrmann, der in allen thematischen Ausstellungen im Traklhaus vertreten war, hat eine kleine Foto-Collage mit einem Teil eines Dollar-Scheins geschaffen. Wolfgang Becksteiner hat Geldscheine kreiert, die durchnummeriert sind und eine Signatur (zum Beispiel von Günter Brus) aufweisen. Der Wert entsteht dabei durch die Signatur.
Hans-Peter Feldmann lässt aus Banknoten die Personen heraustreten, indem er zum Beispiel dem Kopf der Queen auf einer Pfund-Note den Körper darunter dazu setzt. Der Salzburger Dieter Huberhat einen Bildschirmschoner entworfen, der mit Zufallsgenerator verschiedene Geld-Begriffe auswählt. Selbstverständlich wird auch das Video einer besonderen Installation mit 350.000.000 Euro, die Kurt Fleckenstein schon 2015 im Traklhaus realisiert hat, gezeigt.
Die Sammlung Haupt borgt ein Video von Susi Jirkuff, das auf Zeichnungen von Händen, die Geldscheine zählen, basiert. Aus dieser Berliner Sammlung werden auch Werke von renommierten Künstlern und Künstlerinnen gezeigt, etwa von Joseph Beuys, Felix Droese, Alicija Kwade, Mathieu Mercier, Gil Shachar, Rikrit Tiravanija und Stefan Wewerka.
Timm Ulrichs ist mit mehreren Arbeiten, unter anderem der Dokumentation einer Geld-Wechsel-Aktion (bis nichts mehr davon übrig bleibt) vertreten. 
Der chinesische Künstler Yong Ping Song hat, als er hier im Gastatelier des Landes war, eigene Graphiken mit Dollar-Noten mit Trakl-Gedichten überschrieben. Auf der Biennale in Venedig hat die Arbeit des taiwanesischen Künstlers Shih Li-Jenbeeindruckt. Er baut die Wand-Installation mit Geldscheinen um ein Rhinozeros-Horn hier wieder anders auf.
Wie immer in solchen Zusammenstellungen dürfen die Salzburger, die sich dieses Themas angenommen haben, nicht fehlen: Bernhard Lochmann, Eva Möseneder und Thomas Wizany sind z. B. mit Graphiken vertreten. 
Großformatige Wandarbeiten kommen von Gudrun Kampl (eine schwarzer Geldschein aus Latex mit Pistolen anstatt den sonstigen Atributen), eine vielteilige Fotoarbeit in der Gilbert & George mit großen Geldbeträgen posieren, eine Neon-Arbeit von Mathieu Mercier, eine ältere Video-Installation von Tony Oursler, in der Sigmund Freud auf der 50-Schilling-Note spricht und eine größere Leinwand von Ashley Hans Scheirl, die auf Warhols 10.000 Dollars anspielt.
Julia Bornefeld schickt einen riesigen Luster (mehr als 3 Meter hoch), der aus Cent-Münzen.

 

Kunst im Traklhaus

Waagplatz 1a

5020 Salzburg

 

 

 

 

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"Geldmacher“, Geldmuseum der Deutschen Bundesbank, Frankfurt am Main 2018, Siebdruck auf Eurobanknoten Papier, 2017

Foto: Wolfgang Günzel

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